Ernährung 2013

Ernährung 2013/Nutrition 2013

12. Dreiländertagung der AKE, der DGEM und der GESKES

Die deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V. (DGEM), die österreichische Arbeitsgemeinschaft für klinische Ernährung (AKE) und die Gesellschaft für klinische Ernährung der Schweiz (GESKES) haben es sich zur Aufgabe gemacht, die wissenschaftlichen und praktischen Belange auf dem Gebiet der Ernährungsmedizin und Stoffwechselforschung zu fördern. Sie richten sich an Gesundheitsexperten im Krankenhaus – und Pflegeheimbereich, mit den Schwerpunkten Ernährungsoptimierung durch Ernährungsteambildung, parenterale und enterale Ernährungstherapien sowie Mangelernährungsprophylaxe und -therapie. Ihre bereits 12. Dreiländertagung vom 6. bis 8. Juni 2013 an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich stand unter dem Motto „Patientenzentriert, wirksam und effizient“ und präsentierte immer wieder Neues, nie Gehörtes und Innovatives im wissenschaftlichen Programm. „Ernährung 2013“ integrierte gleichzeitig den Jahreskongress des SVDE (Schweizerischer Verband diplomierter Ernährungsberater/innen). Die organisatorische Leitung der Tagung hatten Prof. Rémy Meier (Kantonsspital Liestal), Prof. Peter E. Ballmer (Präsident der GESKES, Kantonsspital Winterthur) und Frau Beatrice Conrad-Frey (ehemalige Präsidentin des SVDE, Sitz in Bern) aus der Schweiz inne.

In 17 Sessions haben sich über 50 Vortragende und mehr als 650 Teilnehmer mit den Ernährungsproblemen verschiedenster Personengruppen in unterschiedlichen Lebenssituation und Krankheitsbildern befasst und durch interdisziplinären Gedankenaustausch und mit Fallpräsentationen diskutiert, welche Strategien Ernährung verbessern sowie Mangelernährung bekämpfen können. Michael Hiesmayr (Vorsitzender der AKE, Universitätsklinik für Anästhesie und Intensivmedizin, Wien, Österreich), Alois Haller (Kantonsspital Winterthur, Schweiz) und Mette Berger (CHUV, Lausanne, Schweiz) beschäftigten sich mit der Ernährung des Intensivpatienten und Cornel Sieber, Jürgen Bauer (beide von der Friedrich-Alexander Universität Erlangen, Nürnberg, Deutschland) sowie Reto Kressig (Universitätsspital Basel, Schweiz) mit der Ernährung des älteren Menschen. Weitere Themen waren „Sport und Ernährung“, „Ernährung bei Krebs“, „Ernährung bei Nierenerkrankungen“ und „perioperative Ernährung“ sowie „Nutrigenomics“, „die Bedeutung der Körperzusammensetzung“ und „Wirksamkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit von ONS“.  

Neben drei französischsprachigen Sessions am Freitag gab es einen Beitrag von D. Turck aus Frankreich zu den neuen ESPEN-Guidelines für die Ernährung bei zystischer Fibrose. Zum ersten Mal in der Schweiz wurde ein ESPEN-„Life long learning“-Kurs durchgeführt. Die Teilnehmer konnten sich fallbasiert zum Modul „Ernährung bei Leber- und Pankreaserkrankungen“ mit Mathias Plauth (Städtisches Klinikum Dessau, Deutschland) und Johann Ockenga (Klinikum Bremen Mitte, Deutschland) weiterbilden.

Am Freitag und Samstag wurden Erfahrungen und Dreiländeransichten zu Themen wie Pflege, Pharmazie und Qualitätssicherung in der Ernährungsberatung sowie zum DRG-System (dem Entgeltsystem für Krankenhäuser) ausgetauscht und effiziente Ernährungskonzepte für Chirurgie und ICU sowie Standards in der modernen Sondenernährung diskutiert. Stephan Bischoff (Präsident der DGEM, Universität Hohenheim, Deutschland) und Michael Chourdakis (Griechenland) von der ESPEN berichteten über Strategien und Initiativen zur Bekämpfung der Mangelernährung. Sophie Frantal (Medizinische Universität Wien) aus Österreich stellte aktuelle Daten vom weltweiten Projekt nutritionDay vor, welches das Ziel verfolgt, Mangelernährung in Krankenhäusern und Pflegeheimen mit Hilfe von online-Fragebögen zu erheben und Anreize für Maßnahmen zu dessen Bekämpfung zu setzen. Im Rahmen dieser jährlichen Querschnittsstudie wurden bereits Daten von über 150.000 Patienten erfasst. Sie berichtete, dass 2012 zusätzlich der „Onkologie nutritionDay“ als erster nutritionDay mit krankheitsbezogenem Fokus erfolgreich durchgeführt wurde. Laut wissenschaftlichen Untersuchungen werden onkologische Patienten zu 38 % als unterernährt eingestuft.

Der Preis für die besten eingereichten Abstracts wurde mit je SFR 1500.- an

- Frau M. Rühlin, Kantonsspital Winterthur, Schweiz und
- Herrn J. Nikolov, Charité-Universitätsmedizin Berlin, Deutschland überreicht.

Prof. Herbert Lochs (Rektor der Medizinischen Universität Innsbruck, Österreich) wurde aufgrund seiner langjährigen Verdienste in der Förderung der Ernährung die Ehrenmitglied der GESKES verliehen.